Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Bürgersprechstunde in Marzahn-Hellersdorf und plaudern mit Petra Pau über die Sorgen des Alltags. Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin nimmt sich Zeit, hört zu und diskutiert, so nahbar wie eh und je.1
Nach 27 Jahren im Bundestag hat sie im März 2025 Abschied genommen, doch ihr Engagement in unserem Bezirk geht weiter. Was macht Petra Pau heute? Wir tauchen ein in ihr Leben als Ost-Berlinerin mit Herz für Marzahn-Hellersdorf.23
Von Hellersdorf ins Herz des Parlaments
Petra Pau, geboren am 9. August 1963 in Ost-Berlin (Lichtenberg), ist tief mit dem Berliner Osten verbunden. Schon früh engagierte sie sich politisch, 1983 trat sie der SED bei, von 1992 bis Ende 2001 war sie Landesvorsitzende der PDS Berlin. 1998 zog sie über den Wahlkreis Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg in den Bundestag ein.4
Ab 2002 holte sie viermal in Folge das Direktmandat in Marzahn-Hellersdorf, 2021 unterlag sie dort Mario Czaja (CDU) und zog über die Landesliste wieder ein. Ihr CDU-Pendant Mario Czaja portraitieren wir unter Mario Czaja heute. Als Bundestagsvizepräsidentin seit 2006, die am längsten amtierende Vize in der Geschichte des Hauses, war sie Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss. 2025 wurde ihr das Verdienstkreuz am Bande verliehen.
Aber Pau war nie die Fernstehende. Sie sprach für die Plattenbau-Bewohner, kritisierte Rassismus und stand für Toleranz ein, Themen, die ihr Engagement im Berliner Osten prägten.
Der Abschied vom Bundestag: Ein neues Kapitel
Im Oktober 2024 kündigte Petra Pau an, nicht erneut zu kandidieren. Mit der Konstituierung des 21. Bundestages am 25. März 2025 endete ihre Zeit im Parlament, zuletzt als fraktionslose Abgeordnete der Linken. Sie verwies darauf, dass damit 27 Jahre Bundestagszugehörigkeit zu Ende gingen.
Seither publiziert sie auf petrapau.de weiter Texte und Reden, etwa ein Grußwort zum 18.-März-Gedenken 2025 und einen Wahlaufruf der Linken Christen zur Bundestagswahl am 23. Februar 2025.5 Keine neuen Alben oder Bücher, aber ihr Engagement lebt weiter – parteiintern und öffentlich.
Mit 62 Jahren bleibt sie Berlinerin durch und durch, eng verbunden mit ihrem Ost-Berliner Leben. Familie oder Privatdetails hält sie diskret.
Was Petra Pau heute macht: Kämpfe und Kuratorien
Auf einem Berliner Linken-Parteitag forderte sie Klarheit gegen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, in ihrer Partei dürfe es dafür keinen Platz geben.
Sie engagiert sich ehrenamtlich in Kuratorien: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Neue Synagoge Berlin, Heinz-Galinski-Stiftung, Aktion Sühnezeichen. Neu seit 2024: „Helle Panke“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Stiftung der Freunde der Hauptstadtzoos. Als Vizepräsidentin der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft bleibt sie vernetzt.
Im Mittelpunkt steht für sie ein parteiübergreifender Einsatz gegen Antisemitismus in all seinen Formen, ebenso gegen Muslimfeindlichkeit und Antiziganismus.
Der enge Bezug zu Marzahn-Hellersdorf
Marzahn-Hellersdorf ist für Petra Pau Heimat und bleibt es. Ab 2002 holte sie viermal in Folge das Direktmandat im Bezirk, 2021 verlor sie es an Mario Czaja, blieb aber bis 2025 über die Landesliste Abgeordnete. Auch nach dem Rückzug bleibt sie im Bezirk präsent.
Bürgersprechstunden in Marzahn-Hellersdorf gehören weiter zu ihrem Programm. Wer Sorgen hat, sei es Miete, Integration oder Demokratie, kann dort direkt mitreden. Pau pflegt den Draht zur Basis im Bezirk.
Als Zeitzeugin erinnert sie selbst daran, nicht zu den klassischen friedlichen Revolutionären gehört zu haben, ihre politische Sozialisation in der DDR habe sie geprägt. Für uns in Marzahn-Hellersdorf ist sie die Politikerin, die den Bezirk nicht vergisst.
Ausblick: Weiter für Gerechtigkeit
Was kommt als Nächstes? Pau plant keine großen neuen Projekte, aber ihr Kalender bleibt voll mit Parteitagen, ehrenamtlichen Terminen und Beiträgen auf petrapau.de.
Sie engagiert sich weiter für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. Statt Kontroversen prägen ehrenamtliche Mahnungen gegen Antisemitismus ihren öffentlichen Auftritt.
In Zeiten von Unsicherheit ist Petra Pau ein Anker, lokal, engagiert, unerschrocken. Marzahn-Hellersdorf braucht Stimmen wie ihre.