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Jugend in Marzahn‑Hellersdorf: 41,3% unter 18 mit Migrationshintergrund

Hoher Anteil bei Kindern und Jugendlichen erklärt soziale und bildungspolitische Fragen im Bezirk

Von Torsten Noack | 26. Januar 2026
Jugend in Marzahn‑Hellersdorf: 41,3% unter 18 mit Migrationshintergrund © Susanne Voigt
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Faktencheck: Marzahn-Hellersdorf hat 41,3% unter 18-Jährige mit Migrationshintergrund

In Marzahn-Hellersdorf machen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit Migrationshintergrund 41,3 Prozent der Altersgruppe aus. Dieser Anteil wird im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken als gering eingestuft.1

Aktuelle Demografie der Jugend in Marzahn-Hellersdorf

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf verzeichnet eine Bevölkerung von rund 280.000 Einwohnern, wobei der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt bei etwa einem Viertel liegt. Das umfasst knapp 47.000 Ausländer (16 Prozent) sowie 27.000 Deutsche mit Migrationshintergrund (10 Prozent).2

Im Jahr 2020 betrug dieser Gesamtanteil 22 Prozent mit fast 60.000 Personen, darunter 35.000 Ausländer (13 Prozent) und über 25.000 Deutsche mit Migrationshintergrund (9 Prozent).3

Besonders bei der Jugend zeigt sich eine höhere Konzentration: Mehr als jeder Dritte unter 18-Jährige hatte bereits 2020 einen Migrationshintergrund. Die genauere aktuelle Statistik aus dem Aktionsplan „kinderfreundliche Kommune“ nennt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 41,3 Prozent mit Migrationshintergrund.

Dies ergibt sich aus 13.387 Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei insgesamt 52.357 in dieser Altersgruppe. Regionale Unterschiede innerhalb des Bezirks sind ausgeprägt: Hellersdorf-Nord weist mit 31 Prozent den höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund auf, gefolgt von Marzahn-Nord (28 Prozent im Jahr 2020). Hier ist auch der Ausländeranteil mit 21 Prozent am höchsten.

Die Altersstruktur unterstreicht diese Entwicklung. Bei Deutschen mit Migrationshintergrund machen unter 18-Jährige fast 40 Prozent aus, bei Ausländern knapp 25 Prozent und bei Personen ohne Migrationshintergrund lediglich 15 Prozent.

Auch das Themenheft zu Nachwendekindern in Marzahn beleuchtet die demografische Lage.

Hellersdorf-Nord hat zudem das jüngste Durchschnittsalter des Bezirks (38 Jahre), während Kaulsdorf das höchste aufweist (47,6 Jahre). Das Bevölkerungswachstum seit 2015 basiert ausschließlich auf Zuwächsen bei Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Ausländern, während die Zahl ohne Migrationshintergrund rückläufig ist.

Einordnung in Berlin und den Bundeskontext

Marzahn-Hellersdorf hat den zweitniedrigsten Migrantenanteil aller Berliner Bezirke mit 26 Prozent Gesamtbevölkerung (Berlin-Durchschnitt: 39 Prozent). Bei der Jugend mit 41,3 Prozent wird dieser Wert jedoch als gering im Vergleich zu anderen Bezirken beschrieben.

Beispielsweise liegt der Anteil Deutscher mit Migrationshintergrund in Marzahn-Hellersdorf bei 19,9 Prozent (2025-Daten), was unter dem Wert in Lichtenberg (25,4 Prozent) rangiert.4

Berlinweit deuten Prognosen auf eine zunehmende Diversifikation hin: Im Jahr 2026 stammt über ein Drittel (34 Prozent) der Erstklässler aus Familien mit Migrationshintergrund.5 Dies spiegelt die Demografie der Jugend wider, die ein Vorbild für die Gesamtbevölkerung Deutschlands in 20 bis 30 Jahren darstellt, wo der Anteil jüngerer Generationen mit Migrationshintergrund weiter steigen wird.

Im Berliner Vergleich wachsen Bezirke wie Marzahn-Hellersdorf durch Zuzug aus dem Ausland und Innenstadtbezirken, vor allem Familien mit Kindern. Der Geburtenüberschuss bleibt gering (126 Personen 2022), das Wachstum erfolgt primär durch Migration. Unter 6-Jährigen zeigt sich ein ähnliches Muster mit höheren Anteilen bei Gruppen mit Migrationshintergrund.

In Bezirksregionen wie Hellersdorf-Nord und Marzahn-Mitte leben die meisten Menschen mit Migrationshintergrund (je knapp 15.000). Hier konzentrieren sich auch Unterkünfte für Geflüchtete.

Seit 2020 stieg die Zahl der Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften leicht an, darunter 1.200 Minderjährige. Die Zunahme von Ausländern erfolgte in allen Regionen, während die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund rückläufig ist.

Diese Zahlen illustrieren den demografischen Wandel: Während der Bezirk altert (Durchschnittsalter 43,8 Jahre, über 20 Prozent über 65), bleibt die Jugend durch Migration jünger und diverser. Der Anteil unter 18-Jährigen ist in sozial schwächeren Regionen wie Hellersdorf-Nord am höchsten.

Quellen:

- Demografiebericht Marzahn-Hellersdorf 2022 (ZLB Digital).

- Demografiebericht Marzahn-Hellersdorf 2020 (Bezirksamt).

- Aktionsplan „kinderfreundliche Kommune“ Marzahn-Hellersdorf.

- Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg (2025-Daten).

- Tagesspiegel-Artikel zu Berliner Schulstatistik 2026.

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Torsten Noack
Torsten Noack
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist, Jahrgang 1978, aufgewachsen in Hellersdorf. Kennt den Bezirk noch aus DDR-Zeiten und beobachtet seinen Wandel seitdem mit kritischem, aber wohlwollendem Blick.

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Leserstimmen
Jens D. 27. Januar 2026, 00:52 Uhr

Vielen Dank für die übersichtlichen Zahlen. Gut, dass das Thema sichtbar wird und diskutiert wird.

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